Zu 100 Prozent

Nortex gibt den kommenden Mehrwertsteuer-Vorteil komplett an die Kunden weiter: Ab 1. Juli werden an der Kasse drei Prozent vom gesamten Einkaufswert abgezogen. Foto: Nortex 

Neumünster. Nach der Pandemie-Pause sollen Handel und Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen: Dazu hat die Bundesregierung als Teil eines Konjunkturpakets beschlossen, deutschlandweit die Mehrwertsteuer zu senken. Der allgemeine Satz von 19 Prozent wird auf 16 Prozent abgesenkt, die ermäßigte Steuer, die etwa für Lebensmittel gilt, wird von sieben auf fünf Prozent gesenkt. Die Regelung tritt ab Mittwoch, 1. Juli, in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember.

Die private Wirtschaft ist zwar nicht verpflichtet, den Rabatt an die Verbraucher durchzureichen – hier entscheidet jedes Unternehmen selbst. Doch bei Nortex gibt es eine klare Linie: „Wir geben den Mehrwertsteuer-Vorteil zu 100 Prozent an unsere Kunden weiter“, sagt Geschäftsführer Kai Först: „Schließlich verlassen sich die Schleswig-Holsteiner schon seit 83 Jahren darauf, dass wir faire Preise anbieten.“

Ehrlichkeit als selbstverständliche Geste

Die zählt das Neumünsteraner Modehaus zu seinen Grundwerten – und betrachtet die Weitergabe des Vorteils deshalb als ehrliche, selbstverständliche Geste im Umgang miteinander. „Das behalten wir bei, auch wenn das aktuelle Jahr wirtschaftlich natürlich eine Herausforderung ist“, so Först.

Mit der Entscheidung sparen die Käufer bei Nortex ab dem 1. Juli mit jedem Einkauf bares Geld. Ein Rechenbeispiel: Die Jeans zum Preis von 100 Euro kostet dann nur mehr 97 Euro, bei einer Jacke für 200 Euro zahlt der Kunde gleich sechs Euro weniger.

Vorteil wird automatisch an der Kasse gewährt

Dabei brauchen die Kunden nicht extra auf geänderte Ausschilderungen zu achten, so Andy Grabowski, Verkaufsleiter bei Nortex. Er steht mit Christine Abert an der Kasse und erläutert: „Unsere Gäste können wie gewohnt nach Herzenslust hochwertige und passende Bekleidung anprobieren und einkaufen. Beim Bezahlen an der Kasse werden dann zum Schluss noch drei Prozent vom gesamten Einkaufswert abgezogen.“

In der Summe der Einkäufe könnten private Haushalte so monatlich zwischen 50 und mehr als 100 Euro einsparen – davon gehen aktuell Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin aus.

„Tiefpunkt liegt hinter uns“

Ihre Kieler Kollegen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnen, nach dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland in der ersten Jahreshälfte, mit einem kräftigeren Wiederanziehen der Produktion ab Juli. Als Grund dafür nannten die Ökonomen an der Förde unter anderem Impulse des jüngsten Konjunkturpakets.

„Der Tiefpunkt der Krise liegt hinter uns“, so IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths in der kürzlich veröffentlichten Sommerprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft. Darin geht das Institut zwar von einem Wirtschaftseinbruch für das Jahr 2020 von 6,8 Prozent aus, schätzt jedoch zugleich den Zuwachs im nächsten Jahr bei 6,3 Prozent ein.