Mehrweg-Held statt Eintagsfliege

Warum Plastiktüten, schlau genutzt, der Umwelt weniger schaden als ihre Pendants aus Papier und Baumwolle

Neumünster. Hätten Sie’s gewusst? Rund zwei Milliarden Plastiktüten verbrauchen wir Deutschen jährlich, schätzt das Bundesumweltministerium. Im Durchschnitt benutzt jeder Bundesbürger 24 Tüten pro Jahrund viele davon, meist zum Verpacken von Obst und Co im Supermarkt,  nur ein einziges Mal. Das ginge besser: Wer die normale Plastiktüte aus dem recycelbaren Kunststoff Polyethylen häufig wiederverwendet – wie etwa die Nortex-Tüte – senkt den Verbrauch von Energie und Ressourcen entscheidend. Und wird so der Umwelt besser gerecht. 

Darauf weist unter anderem die Deutsche Umwelthilfe, kurz DUH, hin. Aus gutem Grund: Weil es „natürlicher“ aussieht, weichen manche Bürger auf Alternativen zur Plastiktüte aus, etwa Papier- oder Baumwolltaschen. Doch bei deren Herstellung wird wesentlich mehr Energie benötigt; zusätzlich kommen bei Papiertüten Chemikalien zum Einsatz, die zwar die Trageeigenschaften verbessern, aber im Meer und in Flüssen großen Schaden anrichten.  

Ganz ähnlich ist das bei Taschen aus Baumwolle: auch ihre Produktion benötigt zunächst einmal mehr Energie und verbraucht mehr Ressourcen als die einer normalen Tragetasche aus Polyethylen. Erst, wenn die Baumwollbeutel zirka 25 bis 32 Mal wiederverwendet wurden, holen sie laut der DUH die normale Plastiktüte in ihrer Ökobilanz ein. Wohlgemerkt: die Plastiktüte, die nur einmal verwendet wird! 

Tüten aus Polyethylen haben dagegen, werden sie mehrfach genutzt, eine weitaus bessere Ökobilanz. Aus diesem Grund bietet Nortex seinen Kunden an, die gekaufte hochwertige Bekleidung in einer ebenso hochwertigen Tragetasche aus diesem Kunststoff zu verstauen – und setzt darauf, dass beim nächsten Einkauf dieselbe Tüte mitgebracht wird und wiederverwendet werden kann. So lässt sich die hoffentlich lange Freude an der Kleidung mit dem guten Bewusstsein verbinden, die umweltverträglichste Lösung für deren Transport zu nutzen. 

Werden die Tüten allerdings nicht recycelt und gelangen in die freie Natur, kann es, je nach Zusammensetzung, viele Jahre dauern, bis sie vollständig abgebaut sind. Bis dahin richten sie, zerrieben zu kleinsten Teilchen, als sogenanntes Mikroplastik großen Schaden in der Natur an. Am Ende ihrer Lebensdauer sollten die Tüten daher umweltbewusst entsorgt werden – nämlich im Gelben Sack. Weil es nahezu rückstandslos verbrannt werden kann, dient das Polyethylen, das im Dualen System landet, noch zur Wärmegewinnung.