Was flattert denn da?

Die Mitmach-Aktion „Insektensommer“ geht am Freitag, 31. Juli, in die zweite Runde.

Neumünster. Schmetterlinge sind nach den Käfern die artenreichste Insektenordnung überhaupt: Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Doch das große Insektensterben macht sich auch bei den Schmetterlingen bemerkbar, teilt der Naturschutzbund Schleswig-Holstein, kurz Nabu, mit: Demnach ist rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschollen.

Die Umweltschützer laden deshalb alle Interessierten dazu ein, bei einer Insektenzählung mitzumachen – dem „Insektensommer“, einer Bestandsaufnahme quer durchs Land. „Mit dem Insektensommer wollen wir den Menschen die Augen für die Wunder direkt vor unserer Haustür öffnen. Gleichzeitig helfen die gesammelten Daten uns dabei, die Insektenentwicklung in Deutschland besser zu verstehen“, so Ilka Bodmann vom Nabu Hamburg.

Schon 60 Schmetterlingsarten ausgestorben

Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Dabei zählen Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Bläulinge, sowie viele weitere zu den farbenprächtigsten und schönsten Tagfaltern in der hiesigen Natur.

Mit der Lupe Insekten zählen: Der Nabu ruft zur großen Mitmachaktion 2020 auf. Foto: NABU/M. Sieber

„Schmetterlinge sind faszinierende und schützenswerte Insekten. Der erste Schmetterling, den man im Frühling nach einem langen Winter sieht, ist immer etwas ganz Besonderes“, findet Bodmann. Jetzt im Sommer könne man die anmutigen Insekten in den Wildblumenwiesen beobachten – und dabei den Naturschutz sinnvoll unterstützen: „Bei unserer Insektenzählung können alle mitmachen und sich diese und weitere Insekten einmal für eine Stunde lang genauer ansehen. Die Natur auf diese Weise zu entdecken, ist eine schöne Unternehmung für die ganze Familie.“

Wieviele und welche Marienkäfer sind unterwegs?

Steinhummel, Florfliege, Hainschwebfliege, Tagpfauenauge, Lederwanze, Blutzikade und Admiral: gezählt werden kann alles, was sechs Beine oder mehr hat. Es braucht nicht viel mehr als eine Stunde Zeit, einen Stift und Zettel. Mitmachen kann jeder, völlig unabhängig von Vorkenntnissen: Wer kaum Insekten beim Namen kennt, kann sie ganz einfach mit dem Nabu-Insektentrainer, zu finden im Internet auf der Seite www.insektentrainer.de, unterscheiden lernen.

Die „Entdeckungsfrage 2020“ lautet: „Wie viele Siebenpunkt-Marienkäfer und wie viele Asiatische Marienkäfer werden gezählt?“ In Deutschland gibt es laut Nabu etwa 70 verschiedene Marienkäferarten. Am häufigsten sei in Deutschland der einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer und der Asiatische Marienkäfer, der erst vor wenigen Jahren vom Menschen eingeführt wurde. Mit der Zählung soll herausgefunden werden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat.

Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 16.300 Menschen mit über 6.300 Beobachtungen. Mehr Infos finden sich auch auf www.insektensommer.de.