„Volksnah und offen“

Friedrichstadt. Ein kleines Meer aus rotweißen Flaggen: Als die dänische Königin Margrethe II. und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther das nordfriesische Friedrichstadt besuchten, jubelten rund 1200 Menschen. Die Monarchin besichtigte unter anderem eine kleine Kirche, im Paludanushaus gab es eine royale Kaffeepause.

Zahlreiche Kindergarten-Kinder säumten mitsamt ihren Familien die Straße. Alle schwenkten die rotweiße dänische Nationalflagge, die anfängliche Aufregung wandelte sich zu Begeisterung. Und Margrethe II. lächelte, winkte huldvoll der Menge zu. Sie war auf eigenen Wunsch in die Holländerstadt gekommen, um die Mitglieder der dänischen Vereine und Institutionen kennenzulernen.

Vor Ort dankte die 79-jährige Regentin aus Kopenhagen allen Helfern, die sich ehrenamtlich in der dänischen Minderheit beteiligen, mit einem Handschlag. „Das ist natürlich eine Ehre“, so Margit Wiedemann, Schatzmeisterin der dänischen Kirchengemeinde vor Ort. Die Ärztin arbeitet in Süddeutschland, gehört aber der örtlichen Kirchengemeinde an.

Anerkennung für 500 ehrenamtliche Helfer

Ihr gefällt, dass die Monarchin am Abend vor dem Besuch in Friedrichstadt ein großes Dinner für alle ehrenamtlichen Helfer in Südschleswig gegeben hatte. Demnach kamen 500 Gäste in die A. P. Møller-Schule in Schleswig, mitten unter ihnen saß die Königin. „Es war lecker, es war perfekt organisiert – und es war eine Anerkennung an alle diejenigen, die sich für Südschleswig engagieren“, so Wiedemann.

Nach dem Besuch der Kirche fuhr Margrethe II ein kurzes Stück durch Friedrichstadt, um am Marktplatz erneut auszusteigen. Wieder wurden viele rotweiße dänische Flaggen geschwenkt, winkten die Menschen „ihrer“ Königin zu. An einem dänischen Versammlungshaus, dem Paludanushaus, gab es eine royale Kaffeepause, die Vertreter der örtlichen Vereine präsentierten ihre Aktivitäten.

Jörn Fischer von „Sydslesvig Forening“ schilderte die Arbeit seines Verbands mit Kindern und Jugendlichen der dänischen Minderheit, dann saß er mit Margrethe II. gemeinsam an der Kaffeetafel. Und zeigte sich später beeindruckt: „Die Königin wirkt unglaublich volksnah und offen. Sie schafft es, diese gewisse Distanz aufzuheben.“

Kurze Zeit später trat Margrethe II. vor das Portal des Paludanushauses. Zwischen zwei Pfadfindern, die große Fahnen halten, hielt sie kurz inne, ließ sich bereitwillig fotografieren. Die Menschen jubelten, dann war die Stippvisite vorüber – und die Königin wohl um viele Fans reicher.