Trotzdem bunt!

So feiern Schleswig-Holsteiner das Osterfest – und diese kuriosen Bräuche gibt es weltweit

Neumünster. Ostern ist da – normalerweise wird das Fest um die Auferstehung Jesu groß gefeiert. Doch in Zeiten der Corona-Krise müssen die Menschen Abstand wahren, um Ansteckungen zu vermeiden: Aus dem Grund fallen gemeinsame Veranstaltungen fallen weitestgehend aus, Feiern sind auf den engsten Familienkreis begrenzt. Ganz verzichten auf das Fest muss man allerdings nicht: Diese Bräuche machen Schleswig-Holstein und weltweit das Osterfest ein bisschen bunter.

„Eike, poleike, komm heel wedder daal“

Allgemein bekannt ist hierzulande vor allem der Brauch, dass Kinder bunte Ostereier und Süßigkeiten suchen, die vom Osterhasen im Garten versteckt werden. Auch das Osterfeuer gehört für viele dazu – 2020 aber im gänzlich privaten Rahmen. Doch es gibt auch seltenere Rituale: auf Föhr werden die Eier auch noch in die Luft geworfen, dazu heißt es: „Eike, poleike, komm heel wedder daal“ – auf plattdeutsch wünscht man sich, dass das Ei heil wieder herunterkommen möge.  Auf der Insel werden auch gekochte Eier gegeneinander gestoßen, bis die Eierschale des einen zerbrochen ist: Der andere hat dann das „Pöötjren“ gewonnen.

Bei den Mitgliedern der dänischen Minderheit in Südschleswig wird ein weiterer Oster-Brauch traditionell hochgehalten: der sogenannte „Gækkebrev“, also Narrenbrief. Die Briefeschreiberin schickt einen Brief mit eigens gedichteten Versen an Familie, Freunde und Bekannte – aber anonym. Errät der Empfänger nicht, wer ihm den Brief geschrieben hat, muss er ein Schokoladenei schenken; errät er es aber, muss die Schreiberin ihm eins schenken.

Und welche Sitten gibt es andernorts in Europa und weltweit?

„Pâques“ wird in Frankreich das Osterfest genannt. Es wird vor allem am Ostersonntag im Kreis der Familie gefeiert. Und zwar ohne Glockengeläut vom Kirchturm: Die Glocken flögen, wird den Kindern erzählt, über Ostern nach Rom, um einen Segen sowie Süßigkeiten zu erhalten. Letzteres verlieren sie dann beim Rückflug über den Garten… und die Kinder dürfen es natürlich aufsammeln! Die Feinschmecker Frankreichs genießen zum Osterfest gern die traditionelle Lammkeule, „Gigot d’agneau“, mit leckerem Gemüse und einem guten Wein.

„Húsvét“ heißt Ostern auf ungarisch. Ein altes, bäuerliches und allgemein beliebtes Ritual ist es hier, Frauen und Mädchen am Ostermontag mit Wasser zu „begießen“ – als ein Symbol der Fruchtbarkeit. Wurden früher die Frauen mit Eimern voll Wasser übergossen, sind heute oftmals nur mehr kleine Wasserspritzer das Maß der Dinge. Dazu sagt der Verehrer ein Ostergedicht auf, als Dank gibt ihm die Angebetete ein rot gefärbtes Osterei.

Heringsbegräbnisse in Irland

Skurril geht es auch zu „Eastern“ auf den britischen Inseln zu. Beim „Egg-Shackling“ werden rohe Eier mit den Namen von Kindern versehen, dann werden die Eier in einem Sieb geschüttelt: Gewonnen hat, wessen Ei am Ende noch heil ist. In Wales soll es den Brauch geben, am Ostersonntag bei Sonnenaufgang auf einen Hügel zu klettern und auf dem Gipfel drei Purzelbäume zu schlagen, während manche Engländer sich gegenseitig lieber mit den Zweigen, an denen Weidenkätzchen hängen streicheln: so soll einem das Glück im kommenden Jahr hold sein. Beim „Cásca“ in Irland werden zu Ostern tatsächlich Heringe begraben: Sinn und Zweck ist es, damit das Ende der Fastenzeit zu feiern.

Auf Hawaii müssen die Familien zu Ostern vor allem eines: schnell sein. Denn dort würde die Schokolade in der Tageshitze schnell zerfließen. So verstecken die Eltern die süßen Überraschungen bereits früh am Morgen – die Kinder dürfen direkt danach suchen.

Bürgertelefon erreichbar

Falls Sie sich unsicher sind, was zu Ostern „erlaubt“ ist und was nicht, bietet das Land Schleswig-Holstein unter Telefon 0431 / 797 000 01 mit dem Bürgertelefon eine Beratungsmöglichkeit – auch über die Osterfeiertage, täglich zwischen 8 und 16.30.