Seife als Viruskiller

Tipp von Experten: Normale Seife zerstört das Coronavirus zuverlässig – manche Desinfektionsmittel nicht geeignet

Schleswig-Holstein. In diesen Tagen fragen sich viele, was zu tun ist, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Na klar: In die Armbeuge husten, soziale Kontakte reduzieren. Auch häufiges Händewaschen mit Seife ist jetzt wichtig – aber wie genau töte ich die Erreger dabei effizient ab? Und reicht nicht das erstbeste Desinfektionsmittel? Eine kleine Anleitung.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sagt klipp und klar, was nötig ist. Gründliches Händewaschen mit Seife und mindestens 20 Sekunden lang lassen sich die Viren an den Händen sehr wirksam bekämpfen. Flüssigseife funktioniere ebenso gut wie das gute alte Seifenstück.

Mit „Happy Birthday“ gegen das Virus

Doch mal ehrlich: Wer schrubbt sich schon so lange und häufig am Tag die Hände? Natürlich ist es nicht leicht, alte Angewohnheiten fix zu ändern – doch genau das ist in der Pandemie jetzt nötig. Wer sich unsicher ist, wie lange 20 Sekunden dauern, kann einfach zwei Mal das Lied „Happy Birthday“ vor sich hin summen, heißt es auf www.rki.de. Wichtig am Waschbecken: Fingernägel nicht vergessen, ebenso wenig den Ehering! Übrigens habe die Temperatur des Wassers beim Händewaschen keinen Einfluss darauf, wie viele Erreger abgetötet werden, so die Experten.

Die Hülle als Schwachpunkt

Um zu verstehen, wie Seife gegen den Erreger wirkt, lohnt ein genauer Blick auf den Aufbau des Virus: Es hat eine doppelte Hülle, die aus Fettmolekülen besteht und das Erbgut schützt. Diese Hülle spielt eine wichtige Rolle dabei, wenn der Schädling an unsere Körperzellen andockt. Wird sie beschädigt, kann das Virus keinen Schaden mehr anrichten. „Seife löst effektiv den Klebstoff auf, der das Virus zusammenhält“, schreibt der australische Chemieprofessor Pall Thordarson von der New South Wales Universität in Sydney dazu auf Twitter.

Nicht jedes Desinfektionsmittel geeignet

Gründliches Händewaschen ist also effektiv. Wer zu demselben Zweck häufig zu Desinfektionsmitteln greift, sollte wissen: Nicht jedes Desinfektionsmittel tötet automatisch auch alle Viren ab. Es gibt zahlreiche Einsatzbereiche, bestimmte Varianten sind beispielsweise speziell gegen Bakterien („bakterizid“) oder Pilze („fungizid“) vorgesehen. Um einen Schutz gegen Coronaviren zu bieten, sollte das Desinfektionsmittel zumindest als „begrenzt viruzid“ gekennzeichnet sein und ab 60 Prozent Alkohol enthalten.

Schutz für die Haut

Häufiges Waschen mit Seife und das Benutzen von Desinfektionsmitteln kann die Haut austrocknen, es drohen entzündete Knöchel und Fingernagelbetten. Das RKI empfiehlt dazu, man solle milde, pH-neutrale Waschsubstanzen benutzen, nach dem Waschen sorge das Eincremen der Hände mit einer feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Hautpflege für die Regeneration der Haut.

Mehr Infos finden sich im Internet auf www.rki.de.