Die eigene Blindheit überwinden

Vortrag und Workshop mit David Hornemann am 18. März bei Nortex

Entsprechend der behördlichen Anordnungen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus, ist diese Veranstaltung vorerst abgesagt.

Neumünster. „Ist das Kunst oder kann das weg? Eine Expedition in das eigene Sehen“ – diesen Titel trägt ein Vortrag mit praktischem Teil, den der populäre Kunstwissenschaftler David Hornemann am 18. März bei Nortex anbietet. Es ist der Start einer brandneuen Veranstaltungsreihe mit spannenden Themen, die an ausgewählten Tagen immer mittwochs im Neumünsteraner Modehaus stattfindet. Der Eintritt ist kostenfrei.

Wer Hornemanns Vortrag besucht, kann sich auf Bilder weltberühmter Kunstwerke wie etwa den „David“ von Michelangelo freuen, aus neuer, ungewohnter Perspektive fotografiert. Man darf auch ruhig seinen eigenen Augen trauen – aber nur den Augen, möglichst nicht dem mitgebrachten Wissen, nicht eventuellen Vorurteilen, auch nicht den Gefühlen. Der Forscher an der Universität Witten / Herdecke will den Teilnehmern ihren individuellen Seh-Prozess bewusst machen.

Der faszinierend männlich geformte „David“ befindet sich im Museum in Florenz. Pausenlos schieben sich Touristen daran vorbei, verharren eher gehetzt zwei Minuten davor – und gleichen laut Hornemann nur ab, ob ihre Vorstellung, ihr inneres Bild von der Skulptur mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Davor warnt er: „Gute Kunst ist nicht auf den ersten Blick zu erfassen, sondern viel- und mehrdeutig. Je stärker das ausgeprägt ist, desto interessanter ist sie auch nach 500 Jahren noch.“

Das eigene Sehen lernen – warum?

Wer dagegen bewusst sehen lerne, werde erst urteilsfähig. „Es geht darum, Meinungen und Positionen nicht nur zu übernehmen, sondern sie sich selbst zu bilden, indem man genau hinschaut“, sagt Hornemann. Die eigene Blindheit überwinden, nennt er das. „Dazu muss ich mehrmals schauen. Es ist nicht der einfachere Weg; aber um zu einer eigenen Urteilsfähigkeit zu kommen, ist das individuelle Sehen ganz unabdingbar.“

Und wie funktioniert das? „Man muss zur Ruhe und Besinnung kommen“, sagt der Experte. Frei nach der Devise „Gut, ich vergesse jetzt einmal alles, was ich darüber weiß – und lasse mich wirklich darauf ein.“ Auf diese Weise käme man, so der Wissenschaftler, über das Sehen zu ganz neuen Eindrücken: „Man macht Entdeckungen, erlebt Abenteuer wie ein Kind, das sich erst allmählich die Begriffe bildet. Bei Erwachsenen kehrt sich das um: Wir haben die Begriffe schon und bestätigen damit nur, was wir schon wissen. Wir erlauben den Dingen nicht, sich uns mitzuteilen!“

Machen Sie sich selbst ein Bild

Hornemann belässt es nicht dabei, nur über das aktive Sehen zu sprechen, sondern zeigt auch, wie man es trainieren kann. „Zu dem Zweck habe ich mehrere kleine Übungen geplant“, so der Forscher. Dabei können die Teilnehmer etwa erfahren, welchen Effekt es auf das eigene Bewusstsein hat, wenn man auf den Sehsinn eines anderen angewiesen ist.

Wer die eigene Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit einmal gründlich kennenlernen will, ist dazu herzlich am 18. März bei Nortex, Grüner Weg 9-11, in 24539 Neumünster, eingeladen. Vortrag und Workshop mit David Hornemann beginnen um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird direkt an der Kundeninformation, unter Telefon 04321 / 8700 211 oder per E-Mail an service@nortex.de gebeten. Machen Sie sich selbst ein Bild – unser Modehaus heißt Sie willkommen!