150 Jahre Ernst Barlach

2020 begeht das Museum für Kunst und Kulturgeschichte den 150. Geburtstag des großen norddeutschen Künstlers Ernst Barlach mit einer exklusiven Kabinettausstellung auf Schloss Gottorf.

Schleswig. Gezeigt werden laut der Stiftung schleswig-holsteinische Landesmuseen rund vierzig Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken aus allen Werkphasen, die demnach ein eindrucksvolles Bild vom Schaffen dieses faszinierenden Einzelgängers unter den Expressionisten vermitteln. Die Ausstellung auf Schloss Gottorf ist absofort und bis zum 1. November zu sehen.

Besucher können  die berühmten, eindringlich-düsteren Selbstbildnisse des Künstlers ebenso wie die berührenden Arbeiten besichtigen, mit denen Barlach für das massenhafte Sterben im Ersten Weltkrieg und die Notzeiten der Nachkriegsjahre seine bis heute gültigen Formulierungen entwickelt hat.

Vom NS-Regime diffamiert und verboten

Nicht zuletzt wegen dieser Werke war der 1938 verstorbene Barlach von den Nationalsozialisten diffamiert und mit Ausstellungsverbot belegt worden. Auch viele seiner Werke im öffentlichen Raum wurden unter dem NS-Regime vernichtet . Erst nach seinem Tod begann die Gesellschaft, das Werk von Ernst Barlach in der Bundesrepublik – und auch in der DDR – wieder öffentlich breit zu würdigen.

Inzwischen sind viele seiner Bildfindungen – etwa der in der Ausstellung gezeigte „Lesende Klosterschüler“ von 1930 – längst in das Bildgedächtnis der breiten Öffentlichkeit eingegangen: Sämtliche Werke in der aktuellen Sonderausstellung auf der Museumsinsel stammen aus der Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch, die dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte seit 2016 verbunden ist.

Enge Verbindung zwischen Museum und Werk von Barlach

Das Landesmuseum habe sich seit vielen Jahrzehnten ganz besonders für Barlach eingesetzt, teilt die Stiftung mit. Das habe bereits in den 1930er Jahren mit den Bemühungen des damaligen Museumsdirektors um die Rettung des Kieler „Geistkämpfer“-Ehrenmals begonnen, das zwischenzeitlich im Landesmuseum untergebracht wurde.

Nach dem zweiten Weltkrieg führte das Museum in Schloss Gottorf das Engagement für den in Wedel/Holstein geborenen Künstler fort. Seit 1987 ist das Landesmuseum im Besitz eines Nachgusses der weltberühmten Bronze „Der Schwebende“. Dieser schwebende Engel bildet zusammen mit den Objekten aus der Stiftung Rolf Horn das Zentrum einer herausragenden Barlach-Abteilung in der Gottorfer „Galerie der klassischen Moderne“.

Diese Dauerausstellung wird im Barlach-Jahr 2020 nun durch die aktuelle Sonderausstellung bereichert, bei der besonders der Grafiker Barlach im Mittelpunkt steht.

Besondere Regeln für Besucher

Alle Museen der Stiftung dürfen aktuell nur einer begrenzten Anzahl von Besuchern zur gleichen Zeit Einlass gewähren. „Planen Sie daher bitte Wartezeiten ein“, bittet das Museum Schloss Gottorf deshalb auf seiner Internetseite. Es werden keine Gruppen-Tickets ausgegeben, Besucher sind zudem dazu verpflichtet, besondere Abstands- und Hygiene-Regeln zu befolgen: in Innenräumen ist etwa eine Mund-Nasen-Abdeckung zu tragen, in Innen- wie Außenräumen muss zu anderen Besuchern und Museumsmitarbeitern ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Mehr Infos zur Brlach-Ausstellung und dem Museumsbetrieb finden sich im Internet auf www.landesmuseen.sh sowie per Telefon unter 04621/813 222.