Einfach mal das Weite suchen 

Es ist Ferienzeit! Wer jetzt auf dem Fahrradsattel oder in Wanderstiefeln den echten Norden entdecken möchte, erhält hier ein paar Tipps – für herrliche Ausflüge in die Natur Schleswig-Holsteins.

Schleswig-Holstein. Die einen lassen im Urlaub gern mal die Seele baumeln, die anderen suchen lieber aktiv nach Erholung: Für letzteres bieten sich etwa Radfahren oder Wandern besonders an. Zwischen Nord- und Ostsee bieten die einzelnen Regionen zahlreiche Möglichkeiten, Neues zu entdecken und Abenteuer zu erleben.

Die Tourismusagentur Schleswig-Holstein hat einige Touren-Tipps für Urlauber und Einheimische gleichermaßen zusammengestellt: Los geht’s in Lübeck – dort lassen sich grüne Oasen erleben, entlang knapp 70 Kilometer langen Gartenroute.

Von der Lübecker Altstadt führt sie bis nach Travemünde, auf dem Weg zeigen sich zehn grüne Oasen von ihrer schönsten Seite. Hierzu zählen unter anderem die Wallanlagen, die Bürgergärten sowie der Godewindpark. Der erste Abschnitt führt durch die südliche Altstadt und ist für Wanderer angelegt. Im Norden der Altstadt können Interessierte weitere Gärten auf einer acht Kilometer langen Strecke ebenfalls zu Fuß oder mit dem Rad erkunden.

Spazierwandern – ein neuer Trend

„Spazierwandern“ heißt eine neue Art, auf Schusters Rappen neue Gegenden zu erkunden: Gemeint ist damit mehr als ein gemütlicher Spaziergang und weniger als eine ausgedehnte Wandertour – eben Spazierwandern. Dabei kann man in entspanntem Tempo die landschaftliche Vielfalt der Region entdecken. Es gibt bereits zehn Touren entlang der Lübecker Bucht, vorbei an Wäldern, Feldern, Seenplatten bis hin zum Küstenstreifen mit Dünen, Hafergras und Blick aufs Meer – bald sollen 20 weitere folgen.

Foto: Carlos Arias Enciso/www.nordseetourismus.de

Von der Ostsee- an die Nordseeküste: Nicht nur, wie auf dem Bild oben zu sehen, in Westerhever an der Westspitze von Eiderstedt lässt es sich wunderbar radeln – auch Inseln wie Föhr, Pellworm und Sylt laden dazu ein. Mitten im Wattenmeer liegt die Insel Amrum. Dort können Wanderer etwa eine Nacht-Watt-Wanderung, die Kriechheide, kleine Seen und feuchte Täler, aber auch die Vogelkoje und das eisenzeitliche Haus erleben. Die sogenannten Bohlenwege, die sich durch Amrums Dünenlandschaft schlängeln, bieten spannende und interessante Erlebnisse.

Für alle Nachtschwärmer und Frühaufsteher gibt es noch etwas ganz Besonderes: Amrums Wattführer Dark Blome läuft nachts oder zum Sonnenaufgang über den Meeresgrund rüber zur Nachbarinsel. Die Termine finden sich unter www.der-inselläufer.de.

Die großen und die kleinen Fünf

Seehunde und Kegelrobben zählen zu den „Großen Fünf“. Foto: www.nordseetourismus.de/TanjaWeinekötter

Dem Meeresboden ganz nah – das ist auch komplett ohne Taucherausrüstung möglich: Im Wattenmeer sind, im Wechsel von Ebbe und Flut, zwei Mal am Tag die „Big Five“, also die großen Fünf zu erleben: dazu gehören Kegelrobbe, Seehund, Schweinswal, Seeadler, Europäischer Stör.

In der Husumer Bucht haben Wanderer die Qual der Wahl: Sieben Rundwanderwege zwischen elf und 23 Kilometern warten darauf, erkundet zu werden. Ob Wattenmeer, Nordsee, Marsch oder Geest –die norddeutsche Natur zeigt sich hier in ihrer vollen Pracht. Wer nicht auf Action verzichten möchte, ist im Schobüller Wald genau richtig – hier schlängelt sich ein Erlebnispfad mit verschiedensten Stationen durchs Gelände, entlang dem die Gäste alles rund um die Geschichte, Geologie und Besonderheiten des Waldes erfahren können.

Gehört zu den „Small five“: eine Strandkrabbe an der Nordseeküste. Foto: Carlos Arias Enciso/www.nordseetourismus.de

Aber auch ihre kleinen Pendants, die „Small Five“ oder kleinen Fünf sind im Watt Zuhause. Sie sind zwar klein, doch ihre Geschichten umso größer: Gemeint sind der Wattwurm, die Herzmuschel, die Strandkrabbe, die Wattschnecke und die Nordseegarnele.

Über Schleichwege durch unberührte Natur

Die sogenannten Schleichwege führen Radfahrer durch Dörfer, Wälder und an der Steilküste rund um die Schlei bei Schleswig entlang. Hier wird die Tour mit dem Drahtesel zum wahren Abenteuer: Oft sind die Wege kaum beschildert oder sehr schmal. Schließlich führen sie durch unberührte und geschützte Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Da kann es schon einmal „holperig“ werden.

In der Landesmitte und quer von Südwesten bis Nordosten begegnet man ihm fast unweigerlich: dem Nord-Ostsee-Kanal, kurz NOK. Interessierte können an seinem Ufer an der „Tour de Kanal“ teilnehmen: Acht Etappen, 325 Kilometer Strecke und viel Zeit die 125-jährige Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals zu entdecken. Die Route führt vorbei an Brücken, Schleusen, Fähren und Tunneln. Aber auch Herrenhäuser, beschauliche Gemeinden, Wiesen und Wälder sowie Flüsse und Seen prägen die Umgebung. Weitere Infos dazu finden sich auf www.nok-route.de.