Zugewandert ins „Neuland Neumünster“

Unter dem Titel „Neuland Neumünster. Migrationsgeschichten einer Stadt“ zeigt das Museum Tuch + Technik ab Freitag, 31. Januar, eine neue Sonderausstellung über Zuwanderung

Neumünster. Zu Fuß vor der russischen Armee geflohen. Mit dem Zug drei Tage von Istanbul nach Neumünster gereist. Im Schlauchboot über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Diese Erlebnisse sind Bruchstücke sehr verschiedener Biographien. Gemeinsam ist allen Erzählern und Erzählerinnen jedoch der neue Wohnort Neumünster. Unter dem Titel „Neuland Neumünster. Migrationsgeschichten einer Stadt“ zeigt das Museum Tuch + Technik vom 31. Januar bis zum 7. Juni 2020 eine Sonderausstellung, die persönliche Zuwanderungsgeschichten nach Neumünster erzählt, ergänzt durch Fotos und Exponate, zum Teil aus Privatbesitz. Kooperationspartner sind das Forum der Vielfalt Neumünster und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund, Ortsverband Neumünster.

Seit Jahrhunderten durch Zuwanderung geprägt

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Neumünster seit Jahrhunderten durch Zuwanderung geprägt ist. Angefangen bei dem Bevölkerungszuwachs im 19. Jahrhundert zur Zeit der Industrialisierung über die Rekrutierung von Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs und der Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten bis zur Einstellung von Arbeitskräften aus den Ländern Südeuropas, der Türkei und Tunesiens in den 1960er und 1970er Jahren. Das Jahr 2015 stellte auch die Stadt Neumünster vor besondere Herausforderungen als tausende Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Irak Asyl beantragten.

Durch die persönlichen Migrationsgeschichten soll es den Besuchern der Ausstellung ermöglicht werden, unterschiedliche Sichtweisen, Schicksale und Erfahrungen kennenzulernen und das Thema Migration aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Neumünsteraner – mit und ohne Migrationshintergrund – haben sich aktiv an den Vorbereitungen zur Ausstellung beteiligt. Im Rahmen von Workshops und Arbeitstreffen diskutierten sie Ideen zur Ausstellung, den Begriff Heimat und tauschten Migrationserfahrungen aus.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Fonds „Stadtgefährten“ der Kulturstiftung des Bundes. Mit dem Fonds unterstützt die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt in deutschen Städten und Kommunen mit bis zu 250.000 Einwohnern.

Im Rahmen der Eröffnung von „Neuland Neumünster. Migrationsgeschichten einer Stadt“ am Donnerstag, 30. Januar, um 19 Uhr ist der Eintritt frei. Die Ausstellung dauert vom 31. Januar bis 7. Juni. Mehr Informationen unter anderem zum vielfältigen Rahmenprogramm der Ausstellung sind unter Telefon 04321/559 58-0 sowie auf www.tuchundtechnik.de verfügbar.