Alle Beiträge von Thorge Rühmann

Vom Praktikanten zur Legende

Artikel in zwei Teilen darüber, was einen Bad Bramstedter Schneidermeister, Karl Lagerfeld und Nortex verbindet.

Bad Bramstedt. Sie nennt ihn bis heute Karl-Otto: Sylvia Jahrke verbrachte ihre Jugendjahre mit Karl Lagerfeld auf Gut Bissenmoor. Wenn sie zurückblickt, fallen ihr viele Details aus der gemeinsamen Schulzeit, vom Leben in der Kleinstadt und zum späteren Werdegang des weltbekannten Modeschöpfers ein. Lagerfeld verstarb im Februar des Jahres, am 10. September hätte er seinen 86. Geburtstag gefeiert.

Chanel, Chloé und Fendi – der Designer führte berühmte Modehäuser zum Erfolg. Mit Zopf, hochgeschlossenem Hemdkragen und schwarzer Sonnenbrille stilisierte er sich zur Mode-Ikone. Doch bevor Lagerfeld zum erlesenen Kreis der Haute Couture zählte, war er hier im Norden zuhause: Bis in die 1950er Jahre lebte er als Jugendlicher in Bad Bramstedt.

„Sein Zeichentalent zeigte sich früh“, erinnert sich Sylvia Jahrke, die  heute im nah gelegenen Hitzhusen wohnt. Sie ging eine Klassenstufe unter Karl zur Schule, beide wohnten im Gutshaus.

„Wir waren beide Außenseiter”

Über Karl Lagerfelds Jahre in Bad Bramstedt sei schon vieles in der Presse berichtet worden – nicht alles könne sie nachvollziehen. Aber eines stimme: der junge Karl Lagerfeld sei stets etwas feiner  angezogen gewesen als die anderen Kinder. „Wir waren beide Außenseiter“, sagt die 85-Jährige.

Hier kommt Bruno Kluck ins Spiel. Der Schneidermeister war in den letzten Kriegsjahren aus Posen nach Schleswig-Holstein ge…flüchtet. In Bad Bramstedt fand seine Familie Zu…flucht – und er eine  Anstellung bei Nortex. „Nach der Währungsreform machte sich mein Vater als Maßschneider selbständig“, schildert sein Sohn Hagen Kluck. Mit Nortex-Firmengründer Richard Ohlhoff blieb er in gutem Kontakt – und der machte ihn mit den Lagerfelds bekannt.

Sie bestellten maßgeschneiderte Anzüge. Zu den Anproben habe  Otto Lagerfeld oft den jungen Karl mitgebracht. Er habe sich au—ffallend für Sto—ffmuster interessiert und dann ein Praktikum im kleinen Schneider-Atelier hinter der Bad Bramstedter Kirche gemacht, so Hagen Kluck: „Später hat mein Vater nach den  Entwürfen von Karl Lagerfeld einen Mantel genäht. Damit gewann Lagerfeld einen Wettbewerb, der ihm den Weg in die Modebranche ebnete.“

Lesen Sie im zweiten Teil am Sonntag, 10. November, wie der spätere „Modezar“ Karl Lagerfeld als Teenager Sylvia Jahrke das Radfahren beibrachte

Krawatten aus dem Echten Norden

Neumünster. Vom Zuschnitt bis zum letzten Nadelstich: Am Freitag, 18. und Samstag, 19. Oktober demonstriert Thomas Schlüter bei Nortex, wie in Schleswig-Holstein hochwertige Krawatten hergestellt werden. Der Experte und Inhaber des Unternehmens Tom Schlüter aus Ellerhoop berät an beiden Tagen im Modehaus zu dem Produkt.

Ellerhoop liegt zwischen Elmshorn und Quickborn, im Norden Hamburgs. Von dorther reist Schlüter nach Neumünster, um die Nortex-Kunden beispielsweise über die Herkunft der Seide zu informieren, aus der die Tom-Schlüter-Krawatten gefertigt sind: Für sämtliche Stücke der Kollektion wurde Seidenstoff von italienischen Webereien aus der Region Como verarbeitet. Dort soll, ist auf der Internetseite des Herstellers zu erfahren, „ein altes Wissen um die Herstellung und Veredlung hochwertiger Seiden“ existieren.

Weiter ist von einer „mehrdimensionalen Optik“ der Krawatten-Oberfläche die Rede: ein Phänomen, von dem sich Interessierte selbst am Info-Stand des Herstellers in der Hemdenabteilung bei Nortex ein Bild machen können – ebenso wie von der Qualität der Verarbeitung und der Vielfalt des Sortiments mit unterschiedlichen Einlagenstärken sowie Krawattenbreiten. Zahlreiche Tom-Schlüter-Krawatten sind direkt vor Ort erhältlich.

Neben Krawatten bietet das Unternehmen Tom Schlüter auch Einstecktücher, Schleifen und Schals an. Weitere Infos finden sich im Internet auf der Seite www.tom-schlueter.com. Bei Nortex informiert Inhaber Thomas Schlüter am Freitag, 18. Oktober, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr, sowie am Samstag, 19. Oktober, von 10 bis 17 Uhr.

Gut geplant einkaufen

Neumünster. Am Freitag und Samstag ist traditionell viel los bei Nortex – dann besuchen Menschen aus dem ganzen Norden das Modehaus in Neumünster. Sie probieren passende und hochwertige Bekleidung aus, meist ist auch eine kleine Pause mit leckerer Stärkung im Café-Bistro eingeplant. Steht der Einkauf mit einem besonderen Anlass in Verbindung, etwa einem Familienfest oder einem Berufseinstieg, kommt nicht selten die ganze Familie mit – mit dem Ziel, beim Aussuchen, beim Anprobieren und Einschätzen der gewünschten Kleidung zu helfen.

In dieser Situation nutzen stets mehr Kunden einen besonderen Service bei Nortex: Sie vereinbaren einen festen Termin für eine Beratung. Der Weg dahin ist nur einen Anruf entfernt: Unter der Service-Nummer 04321 – 8700 211 kann jeder einen Zeitpunkt absprechen, zu dem eine spezielle Beratung durch einen Verkäufer oder eine Verkäuferin gewünscht wird.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Mit den Informationen zu Alter, Körpergröße und -statur ist eine besonders ausführliche und zielstrebige Beratung zu passender Bekleidung möglich.

Von Bedeutung kann auch der Anlass sein, zu dem der Anzug oder dass Abendkleid getragen werden soll. „Wir nutzen die Infos dazu, uns ein Gesamtbild zu machen – und können teils schon vorher passende Bekleidung bereit legen“, schildert Carmen Anderson, in der Herrenabteilung zuständig für den Bereich „Junge Mode“.

Hier berät sie beispielsweise Berufseinsteiger bei der Auswahl des ersten hochwertigen Anzugs: ein wichtiger Termin! Eine dreiviertel-Stunde etwa müsse man einplanen für einen Einkauf von Kopf bis Fuß. „Der Anzug ist meist schnell entschieden, dann kommen die Details wie Hemd, Gürtel, Hose, aber auch Krawatte oder Fliege und zu guter Letzt die Auswahl der richtigen Schuhe. „Das braucht meist etwas länger“, so Anderson. Letztlich soll sich stets ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Sie berate die jungen Menschen samt ihrer Familie sehr gerne, sagt Anderson: „Ich mache das mit Freude, weil ich selbst eine Familie und Kinder habe. Mir ist wichtig, dass sich auch die jungen Menschen gut beraten fühlen: Es geht darum, bei ihren ersten wichtigen Anlässen im Leben für eine Bekleidung zu sorgen, die zum Anlass passt und in der sie sich wohlfühlen.“

Sie berichtet von etlichen zufriedenen Kunden, die mit der vorab geplanten Beratung bei Nortex gute Erfahrungen gemacht haben – und die gerne wieder auf diese Weise bei Nortex einkaufen kommen möchten. „Das ist natürlich auch für mich als Beraterin schön – dann weiß ich, dass ich gute Arbeit geleistet habe“, so Anderson.

Im Norden fest verankert

Zwischen Bundesrat, Einheitsfest und Familie: Ein Interview mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther.

Herr Günther, ihre Bundesratspräsidentschaft neigt sich dem Ende zu. Was ist gelungen, was bleibt Herausforderung?

Daniel Günther: Mit dem Digitalpakt etwa haben wir die Digitalisierung von Schulen voran gebracht – ein wichtiges Projekt. Dabei haben alle Länder haben an einem Strang gezogen. Außerdem haben wir die elektronische Unterstützung von Abstimmungen im Bundesrat auf den Weg gebracht. Bisher musste der Bundesratspräsident die Handzeichen einzeln nachzählen. Das wird künftig einfacher.

Die Mehrheitsfindung in der Länderkammer war schon mal einfacher. Welche Themen sind Ihnen hier wichtig?

Die 16 Bundesländer sind derzeit über 13 verschiedene Koalitionen im Bundesrat repräsentiert. Da ist es schon eine Herausforderung, bei Abstimmungen zu Mehrheiten zu kommen. Mir geht es vor allem darum, wieder eine schnellere Planung in Deutschland zu  ermöglichen, auch mehr für den Klimaschutz zu tun, zugleich aber auch die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land voranzubringen. Und nicht erst zuletzt geht es um Lösungen beim Problem des Fachkräftemangels.

Wie fühlt es sich eigentlich an, das Staatsoberhaupt zu vertreten?

Als ich das erste Mal ein beschlossenes Gesetz unterschrieben habe, damit es in Kraft treten konnte – das war schon ein ungewohntes Gefühl! In der Regel ist es aber so, dass die Abläufe sehr gut organisiert sind, sodass ich den Bundespräsidenten eher selten vertreten musste.

Wie war Ihr erster Flug mit der Flugbereitschaft?

Wenn man vor einem Flugzeug steht, auf dem „Bundesrepublik
Deutschland“ steht und man steigt ein, das war etwas Besonderes. Ganz so groß wie es scheint, sind die Maschinen übrigens nicht. Auf einem Flug nach Angola mussten wir einen Tankstopp auf Mallorca einlegen.

Wie zeitaufwändig muss man sich das Amt des Bundesratspräsidenten vorstellen?

Für die Zeit als Bundesratspräsident hängt man ja das Amt des Ministerpräsidenten nicht an den Nagel, sondern ich nehme genauso viele Termine wie vorher hier im Land wahr. Da wäre es oft gar nicht anders gegangen, als auf die Flugbereitschaft zurückzugreifen. Zu Terminen in Berlin fahre ich meist mit dem Auto, aber es gab auch Besuche in Paris, Holland, Polen – und da ist es schon angenehm, wenn ich morgens um 9.30 Uhr vom Flugplatz in Hohn losfliege, um an einem Termin um 11 Uhr in Warschau teilzunehmen, und am Abend wieder zu Hause bin.

Bleibt Ihnen künftig neben dem Beruf als Politiker mehr Zeit für die Familie?

Meine Frau musste sich erst einmal daran gewöhnen, dass ich mich für das Amt des Ministerpräsidenten beworben habe; die Herausforderung als Bundesratspräsident war dann ja absehbar… Was Zeit mit der Familie angeht, habe einen eisernen Grundsatz: einen Tag am Wochenende blocke ich mir frei. Und das klappt in der Regel auch. Ich versuche morgens etwas später ins Büro oder zu Terminen zu fahren, damit ich unsere ältere Tochter in den  Kindergarten bringen kann.

Sie rufen im Rahmen der Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit dazu auf, sich am „Einheitsbuddeln“ zu beteiligen. Was ist das Ziel?

Wir haben die Idee entwickelt, dass man etwas Bleibendes schafft zum Tag der Deutschen Einheit. Etwas, dass andere Länder gern auch nachahmen können. Dieses Symbol, einen Baum zu pflanzen, der sich mit seinen Wurzeln fest im Boden verankert – das passt gut zum Motto des Einheitsfests „Mut verbindet“. Und wir sind beeindruckt, wie viele Menschen bei dem Projekt mitmachen: Wir sind schon bei über 90.000 Bäumen – und täglich rufen noch mehr Menschen an, um sich hier zu engagieren.

Apropos Wald: Haben Sie als Ministerpräsident einen Tipp, welches Ziel jetzt im Herbst einen Ausflug wert ist?

Da fallen mir sehr viele ein in Schleswig-Holstein (lacht). Aber wenn ich eines nennen soll, dann die Hüttener Berge. Das ist ein wirklich toller Naturpark bei mir um die Ecke, der zu herrlichen Spaziergängen einlädt. Hier bin ich oft mit meiner Familie unterwegs.

Ein Ort, an dem Sie noch nie waren, aber immer schon einmal hin wollten?

Im Norden habe ich so ziemlich alles abgehakt: die Inseln, die meisten Halligen, die Küsten. Von den 1106 Gemeinden habe ich zwar noch nicht alle besucht, aber es gibt andererseits auch keine Ecken, die ich als Ministerpräsident noch nicht besucht habe.  Andersherum könnten wir es machen: Es wäre spannend, wenn ich von den Leserinnen und Lesern einen Tipp bekäme!

Vor Kurzem war die dänische Königin Margrethe zu Besuch im Norden – wie haben Sie sie erlebt?

Sie ist ein sehr nahbarer Mensch, und es war eine sehr angenehme Begegnung, für die ich mir bewusst sehr viel Zeit genommen habe. Wenn das Staatsoberhaupt von Dänemark zu Besuch ist in Schleswig-Holstein, dann gehört ein Ministerpräsident auch an ihre Seite – bei der engen Bindung, die wir an das Land haben. Wir hatten gemeinsam viele spannende Begegnungen und bei den Abendessen die Gelegenheit, ausführlich miteinander zu sprechen; etwa über die anstehenden Feierlichkeiten zum Jubiläum der Volksabstimmung über die Grenzziehung vor 100 Jahren. Das habe ich wirklich genossen.

Als Ministerpräsident soll man immer auch Vorbild sein – ein bekleckertes Hemd oder Jackett käme da eher nicht so gut.
Gibt es im Kleiderschrank der Staatskanzlei eine stille Reserve?

Doch, eigentlich soll ich das immer haben – ein Hemd hängt auf jeden Fall immer bei mir im Büro. Ein Anzug aber nicht… Es gab auch schon Situationen, wo wir noch schnell einen eingekauft haben. Es ist wirklich eine Herausforderung, immer das passende Outfit dabei zu haben, zum Beispiel an Tagen, wo unterschiedliche Kleidung nötig ist: etwa, wenn ich zwischendurch einmal Sport mache oder einen Fototermin mit legerer Kleidung habe. Das wird dann in meinen Terminkalender eingetragen, damit klar ist, welche Kleidung der Tag erfordert.